Achtung bei Low Carb Diäten: so hilfreich und (un)gesund sind sie wirklich!

Low Carb Diäten (kohlenhydratarme Ernährung) erfreuen sich schon seit längerem großer Beliebtheit und gelten als bewährtes Mittel zur Gewichtsreduktion. Doch wie funktionieren sie wirklich?

Kohlenhydrate sind Energielieferanten

Um Low Carb Diäten zu verstehen, muss man wissen, wie Kohlenhydrate funktionieren. Sie sind die Energielieferanten des Körpers – erstmal nichts Schlechtes, sondern sogar sehr wertvoll. Ohne Energie wären wir schließlich nicht funktionsfähig. Trotzdem haben Kohlenhydrate einen schlechten Ruf, denn einigen werden sie auf der Waage zum Verhängnis. Das Problem: überschüssige Energie aus Kohlenhydraten wird in Fett umgewandelt und vom Körper in Reserven gespeichert. Aus diesen Reserven wird die Energie nur langsam wieder abgebaut. Die Folge: Extrakilos.

Deshalb stellen viele Menschen stellen um auf kohlenhydratarme Ernährung. Ansätze gibt es viele, die bekannteste ist die Atkin-Diät. Die Idee dahinter ist einfach und grundsätzlich bei allen Ansätzen dieselbe: der Verzicht auf Kohlenhydrate durch das Ausweichen auf Lebensmittel, die keine Kohlenhydrate enthalten. Das zwingt den Körper dazu, sich an körpereigenen Energieträgern zu bedienen und Fett abzubauen.

Heißhunger durch Kohlenhydrate

Bei normaler kohlenhydrathaltiger Ernährung steigt der Insulinspiegel nach Einnahme der Mahlzeiten, um den Zucker als Energie an die Zellen zu liefern. Die Insulinausschüttung hemmt dabei gleichzeitig die Fettverbrennung. Das liegt daran, dass Energie aus Kohlenhydraten schneller verwertet werden kann und damit Vorrang hat. Das Insulin bleibt allerdings noch etwas länger als der Zucker im Blut und lässt erneut das Hungergefühl ansteigen. Dadurch tendiert man dazu, noch mehr Kohlenhydrate zu sich zu nehmen.

Wer seinen Blutzuckerspiegel durch kohlenhydratarme Ernährung konstant niedrig hält, schüttet weniger Insulin aus und ändert damit seinen Stoffwechsel. Dieser lässt dann die Fettverbrennung der körpereigenen Reserven durchgehend zu und man spürt weniger Heißhunger auf Nachschub.

Low Carb Ernährung im Alltag

Low Carb Ernährung heißt also Verzicht auf Brot, Nudeln, Reis, Süßigkeiten, Fruchtsäfte, Softdrinks und so einiges mehr. Das sollte man sich allerdings nur kurz vor Augen halten und sich zur Motivation dann umso mehr dem zuwenden, was alles stattdessen gegessen werden kann. Neben Kohlenhydraten gibt es nämlich noch zwei Hauptnährstoffe: Eiweiß (Proteine) und Fette. – Richtig gehört, in Low Carb Diäten ist Fett nicht verboten. Es muss allerdings gutes Fett (ungesättigte Fettsäuren) sein, wie es zum Beispiel in Olivenöl, Nüssen und Avocados enthalten ist. Neben fetthaltiger Nahrung liegt der Hauptaugenmerk im kohlenhydratarmen Prinzip auf eiweißreichen Lebensmitteln, wie Fisch, Fleisch, Joghurt und Eiern. Gemüse kommt natürlich auch auf den Teller, nur bei Obst sollte man vorsichtig sein, denn es enthält Fruchtzucker und damit Kohlenhydrate. Diese Grundsätze lassen sich mit etwas Übung auch in die Büroverpflegung integrieren.

Vorteile von Low Carb

Der Vorteil von Low Carb Diäten ist, dass gerade in den ersten Wochen schnelle Ergebnisse erzielt werden können. Dadurch, dass viel Eiweiß gegessen wird, bleibt beim Abnehmen die wertvolle Muskelmasse verschont. Durch den konstant niedrigen Blutzuckerspiegel kommt es bei Low Carb Ernährung, im Gegensatz zu anderen Diäten, nicht zu Heißhungerattacken.

Nachteile von Low Carb

Trotzdem drohen, wie bei allen Diäten, auch bei Low Carb Nachteile. Über Langzeitfolgen dieser Ernährungsform sind sich Experten nicht einig, es gibt aber Hinweise auf ein erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Am stärksten gerät Low Carb immer wieder in die Kritik, weil die Vermeidung von Kohlenhydraten zu einer einseitigen Fehl- und Mangelernährung führt, die insbesondere von Vegetariern und Veganern kaum umgesetzt werden kann.

Durchhaltevermögen ist der Schlüssel

Low Carb ist nicht für jeden etwas, kann aber bei konsequentem Durchhalten zu effektiver Gewichtsreduktion führen. Wichtig ist vor allem, sich gut zu informieren, bewusst und geplant zu essen. Der Mensch hängt an seinen Gewohnheiten, weshalb sich die Umstellung des Ernährungsplans oft schwierig gestaltet. Doch wer es schafft, vollkommen umzudenken, kann sich erfolgreich Low Carb ernähren und seinen Stoffwechsel auf die Verbrennung eigener Fettreserven lenken.

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